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Warnung

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Kinder lernen, was sie leben

(Dorothy L. Nolte)

Wenn Kinder mit Kritik leben, lernen sie zu verurteilen.
Wenn Kinder mit Feindseligkeit leben, lernen sie zu kämpfen.


Wenn Kinder mit Angst leben, lernen sie ängstlich zu sein.


Wenn Kinder mit Mitleid leben, lernen sie mit sich selbst Mitleid zu haben.
Wenn Kinder mit Spott leben, lernen sie scheu zu sein.

Wenn Kinder mit Eifersucht leben, lernen sie was Neid ist.


Wenn Kinder mit Scham leben, lernen sie sich schuldig zu fühlen.


Wenn Kinder mit Toleranz leben, lernen sie geduldig zu sein.
Wenn Kinder mit Ermutigung leben, lernen sie zuversichtlich zu sein.


Wenn Kinder mit Lob leben, lernen sie anzuerkennen.


Wenn Kinder mit Beständigkeit leben, lernen sie sich selbst zu mögen.


Wenn Kinder mit Bejahung leben, lernen sie Liebe in der Welt zu finden.
Wenn Kinder mit Anerkennung leben, lernen sie ein Ziel zu haben.


Wenn Kinder mit Teilen leben, lernen sie großzügig zu sein.


Wenn Kinder mit Ehrlichkeit und Fairness leben,
lernen sie was Wahrheit und Gerechtigkeit sind.


Wenn Kinder mit Sicherheit leben,
lernen sie an sich zu glauben und an die, die um sie sind.


Wenn Kinder mit Freundlichkeit leben,
lernen sie dass die Welt ein schöner Ort zum Leben ist.


Wenn Kinder mit Gelassenheit leben, lernen sie innerlich gelassen zu sein.

Womit leben deine Kinder?

 

Nimm mich an:
Zehn Bitten eines Kindes an seine Eltern

(nach Manfred Hinterdobler)

Mit Worten, Blicken und Gesten sage ich dir, was für mein Leben, 
mein Zusammensein mit dir und anderen wichtig ist. 
Mit diesen Bitten möchte ich dich ermutigen, es mit mir und dir immer 
wieder neu zu versuchen.

Dein Kind


1. Nimm mich an
Sag ja zu mir im Mutterleib, sag ja zu mir, wenn ich geboren bin. Nimm mich an und lass mich sein was ich bin, ein Mädchen oder Bub. Nimm mich an mit meinen Fehlern, ich bin oft ungeschickt, selten böswillig. Nimm mich an mit meiner Krankheit oder Behinderung, ich kann nichts dafür. Nimm mich an, ich bin doch das dir anvertraute Kind.

2. Nimm dir Zeit für mich
Ich brauche dich, deine Pflege, deine Hilfe, deine Erfahrung, deine Geduld, dein Gespräch, deine Zuwendung. Je kleiner ich bin, umso mehr. Nimm dir Zeit für mich, aber nicht nur für mich, du und die anderen, ihr seid auch noch da. Schau auf dich! Geht es dir gut, geht es mir besser.

3. Lass dir Zeit
In meiner Entwicklung hat alles seine Zeit. Deshalb lass mich Schritt für Schritt wachsen, dann können wir aneinander unsere Freude haben. Lass mich nicht Opfer deines Ehrgeizes sein, wenn ich so vieles lernen will und muss. Überforderst du mich, so werde ich störrisch und mutlos. Unterforderst du mich, so werde ich überheblich und aufsässig.

4. Gib mir Raum
Verhilf mir zu einer kindgerechten Wohnung und Umgebung, dann haben wir es viel leichter im Miteinander. Verhilf mir zum Mitsein und Mittun, denn ich brauche dich und die anderen. Ich halte mich gern in eurer Nähe auf, auch wenn das manchmal Unordnung und Ungelegenheiten bringt. Verhilf mir aber auch zur Ruhe und einem Platz, an dem ich ungestört spielen und arbeiten kann. Dann lerne ich Ordnung und Sorgfalt, Konzentration und Ausdauer und wir sind beide nicht so zappelig und nervös.

5. Lass es mich versuchen
Lass mich Dinge kaputt machen, ich bin um eine Erfahrung reicher. Lass mich Fehler machen, auch daraus lerne ich. Schenk mir die Freude des eigenen Erfolges,ich brauche ein gesundes Selbstwertgefühl. Schenk mir dein Zutrauen, ich kann oft mehr, als du denkst. Nimm mich und meine Eigenständigkeit ernst, du hältst mich doch. Brich mich und meinen Willen nicht, sonst leiden wir später beide darunter.

6. Sei konsequent mit mir
Verwöhnst du mich, so schadet mir das ebenso, wie wenn du mir zuviel versagst. Ich kann mich dann auf dich verlassen, ist dein ja ein ja und dein nein ein nein. Lass nicht zu, dass ich euch Erwachsene gegeneinander ausspiele. Sei konsequent mit mir. Dann fühle ich mich in unserer Ordnung sicher und geborgen. Wir haben es viel leichter miteinander und wir sind beide nicht so aufgeregt und geschafft.

7. Baue deine Vorurteile ab
Lass mich einfach Kind sein. Zwänge mich nicht zu früh in eine Geschlechterrolle. Auch Mädchen dürfen ungezogen und vorlaut – auch Buben dürfen wehleidig und feige sein. Als Jüngster möchte ich nicht immer der „Kleine“ sein. Als Ältester nicht immer der „Vernünftige“ sein.

8. Schenk mir deine Anerkennung
Bedenke in deinen Forderungen, was meinem Alter angemessen ist. Fortwährend nörgelnd und schimpfend bei jeder Kleinigkeit – übersiehst du oft mein Bemühen und das, was ich gut und richtig mache. Du hilfst dir und mir mehr durch stete Anerkennung, dein häufiges Lob, deine stärkende Belohnung. Die schönste Belohnung für mich ist dein Wort, dein streicheln, dein Ganznahsein. Bist du böse mit mir, zeig mir spätestens beim Zubettgehen, dass wir wieder gut miteinander sind.

9. Lass dich beraten
Lass dich beraten bei Vorsorge- und Beratungsstellen was du für mich und dich tun kannst, wenn es nötig ist. Alkohol, Nikotin und Drogen sind schon für dich nicht gut, mir schaden sie zu jeder Zeit. Bin ich krank, in meiner Entwicklung zurück, in meinem Verhalten auffällig, geh rechtzeitig zur Beratung. Das hilft uns beiden!

10. Schenk mir deine Zuwendung
Diese Bitte als Letztes, weil du sie keinesfalls vergessen darfst! Ich brauche deine Zuwendung und Liebe! Lass mich aus deiner Nestwärme, Geborgenheit und Sicherheit zunächst zaghaft, später selbständiger meine Schritte zu anderen und anderem lenken. Schenk mir dein Vertrauen, ich schenke dir Offenheit und Ehrlichkeit.
Zeige mir deine Wertmaßstäbe, ich brauche sie als Richtschnur für mein Leben. Zeige mir, was dein Leben erfüllt, bist du doch mein Vorbild. Lass mich in Freude und Not zu dir kommen! Zu wem sollte ich gehen, wenn nicht zu dir!

 

Tadeln ist leicht

deshalb versuchen sich so viele darin.
Mit Verstand loben ist schwer,
darum tun es so wenige.

(Anselm Feuerbach)

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben:
die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und
die Augen der Kinder
(Dante Alighieri 1265-1321)

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